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Wie kaum ein anderer versteht sich Klaus Hoffmann-Hoock auf Grenzüberschreitungen.
Auch in den acht Kompositionen seiner sechsten CD (Spielzeiten: 4:58 bis
18:45) verbindet er scheinbar Unvereinbares: Rockrhythmen, zwischen Klassik
und Psychedelic pendelnde Keyboard-Ausschweifungen im Siebziger-Jahre-ProgRock-Stil,
moderne World Music Elemente und die "kosmische" Klangästhetik
der traditionellen Elektronischen Musik. Musterbeispiel: das fünfminütige
"Air India", in dem sich O-Töne aus den Straßen Bombays
(?) mit indischen Vokalsamples, Gitarrenlicks in Pink-Floyd-Manier und
schwebende Synthesizerflächen mischen. Daß dem Chef des Ensembles
Mind Over Matter (als LiveAct eine Klasse für sich!) der Spagat so
scheinbar mühelos glückt, dürfte darauf zurückzuführen
sein, daß Hoffmann-Hoock nicht nur ein versierter Multiinstrumentalist
ist (diesmal im Einsatz: Emax 2, Mellotron M400 SM, Korg Wavestation EX,
Mini-Moog, Gibson ES-335, Gibson Firebird, Gangaram-Sitar), sondern auch
als rastloser Weltenbummler und Kosmopolit gewohnt ist, über Tellerränder
hinauszublicken, nicht zuletzt den des eigenen Kulturkreises. Für
"Palace Of The Winds" hat er sich Inspiration auf zwei langen
Reisen geholt, die ihn 1993 und '94 durch Indien und Nepal führten.
Aber auch bei namhaften Kollegen, die ihm auf diesem Album assistieren:
die holländischen Synthetiker Ron Boots und Eric van der Heijden,
Ex-Ashra Schlagzeuger Harald Großkopf, die Vokalistin Dagi Daydream
Hoffmann, der Keyboarder Georg Mahr, die Vasudeva-Mitglieder Peter Kluge
(Flöte) und Udo Winkler (Percussion). Ein Line-up, das traumhaft harmoniert
und "Palace Of The Winds" zum bislang besten Mind Over Matter
Album macht.
KEYBOARDS 7/95
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