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Es war 1989, da fegte die "Tour de Trance" durch diverse
Länder. Durch diese Konzerte hat sich das ehemalige reine Studioprojekt
Mind over Matter zu einem der interessantesten Live-Acts der EM-Szene entwickelt.
Nur für diese Zwecke hat der geistige Kopf Klaus Hoffmann-Hoock eine MoM
Liveband zusammengestellt, die nicht nur wegen des hohen Livegehaltes,
sondern auch durch optische Anreize wie Theatereinlagen aus einem MoM Konzert
etwas ganz Besonderes machen. Nun hat sich IC dazu entschlossen, aus den
zahlreich vorhandenen Live Bändern eine CD zusammenzustellen, die schlicht
"Live in Concert" (doppelt gemoppelt versteht man besser) betitelt
wurde. Dabei handelt es sich um Aufnahmen aus Amsterdam, dem Planetarium
in Erkrath und vom letzten KLEM-Tag in Breda. Der Großteil der CD besteht
aus Material von den letzten beiden Alben "Trance ´n´ Dance"
(Children of the Midnight) und "In Search of Eternity" (Pilgrims
of Eternity, Journey to Eternity), womit Klaus Hoffmann-Hoock gezeigt hat,
daß EM nicht nur aus Sequenzen, Leadstimme, Flächen und simplen Melodien
bestehen muß, sondern ab und zu auch innovative, progressive, ethnische
Rockelemente beinhalten kann, auch wenn es einige eher zart besaitete Hörer
nicht wahrhaben wollen. Im allgemeinen unterscheiden sich die Liveversionen
nicht besonders strukturell von den Studioversionen, insbesondere bei den
oben genannten, die dennoch durch den hohen Livegehalt einiges an Lebendigkeit
gewinnen. Dabei besticht die Musik durch das Zusammenspiel von elektronischen
sowie akustischen Klangerzeugern und der Integration europäischer (70'er
Jahre) progressiver Rockelemente und fernöstlicher Einflüsse, wobei eine
neue, sehr eigenständige Musik entsteht. Neben den recht aufreibenden Epen
hat er jedoch auch ältere Stücke draufgepackt aus frühen, ruhigeren Zeiten,
die "Cosmic Version" von "End of Time" aus Erkrath
und die spezielle "Tibetan Meditationtube Version" von "Ganga".
Dabei hat er seinen speziellen "Tibetanischen Meditationsschlauch"
verwendet. Das ist ein langer Schlauch, durch den er durch seine Stimme
Töne verfremdet und durch schwenken des Schlauches zwischen zwei Mikrophonen
pendelt, was einen interessanten Stereoeffekt ergibt. Was sich nun hinter
der Herkunft des Meditationsschlauchs verbirgt, darüber sollte sich jeder
seine eigenen Gedanken machen, auch darüber, wie ernst man diese lnstrumentenbeschreibung
sehen sollte. Daß man neben den MoM Studioalben nun auch "Live in
Concert" in sein CD-Regal stellen sollte, will ich jetzt nicht unbedingt
behaupten. Wie gesagt, die Versionen unterscheiden sich eigentlich nur
durch die Tatsache, daß alles etwas unreiner, unperfekter, aber auch wesentlich
lebendiger wirkt. Es sind eben Liveversionen mit all den Vor- und Nachteilen.
Wer jedoch noch keine MoM CD sein Eigen nennt, kann sich mit dieser CD
einen umfangreichen Überblick über die Aktivitäten der Band der letzten
Jahre machen. Dafür ist "Live in Concert" eine sehr gute Gelegenheit,
insbesondere auch wegen der langen Spieldauer.
EMM 9/93 CD-Tip des Monats
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